Ein seltsamer Titel, findest Du nicht? Aber es handelt sich hierbei um ein stets aktuelles Thema. Denn häufig sorgen wir unbewusst dafür, dass wir ein Problem verschlimmern anstatt es zu lösen. In diesem Blogartikel möchte ich Dir also die Gedankenmuster aufzeigen, die dafür Sorgen, dass sich ein Problem mit Deinem Tier verschlimmert statt sich zu bessern.

Du kennst das sicher auch: Es gibt ein Problem mit Deinem Tier, das Dich im wahrsten Sinne des Wortes den letzten Nerv kostet. Sei es, dass Dein Hund nicht hört, Deine Katze unsauber ist oder die Kaninchen sich plötzlich nicht mehr vertragen. Du versuchst alles Mögliche, doch das Problem scheint sich nicht zu lösen – im Gegenteil, je mehr Du versuchst, umso mehr verschlimmert es sich sogar.

Hast Du schon einmal darüber nachgedacht, ob das Problem selbst eigentlich gar nicht das Problem ist, sondern vielmehr Deine Bewertung und Reaktion darauf?

Das klingt ziemlich provokant, ich weiß. Aber lass uns mal einen kurzen Moment bei dieser Annahme bleiben und versuchen, den unbewussten Wahrnehmungsmustern auf die Schliche zu kommen, die eigentlich dafür verantwortlich sind, dass Du Dich mit der Situation unwohl fühlst.

Der Einfluss Deiner Sichtweise

Nehmen wir nun mal den Klassiker zur Hand: Deine Katze wird plötzlich unsauber. Wie reagierst Du darauf? Ärgerst Du Dich, dass sie das schöne Parkett ruiniert? Machst Du Dir Sorgen, dass sie vielleicht krank sein könnte? Hast Du ein schlechtes Gewissen, weil Du sie zu lange alleine lässt? Oder denkst Du, es liegt vielleicht an der Umgebung und gestaltest sie neu?

Das Problem ist in allen Fällen dasselbe. Die damit verknüpften Emotionen und damit auch die Reaktionen auf das Problem sind jedoch komplett verschieden.

Diese verschiedenen Emotionen sind sogleich an verschiedene Rollenbilder geknüpft, die die Katze in den Augen ihres Besitzers im Laufe der Zeit eingenommen hat.

Ärgert es Dich, dass sie unsauber ist, so empfindest Du Deine Katze vermutlich als unzufriedenen Rebellen, der ständig Unruhe stiften muss.

Bist Du in Sorge, dass sie vielleicht krank ist, empfindest Du Deine Katze vielleicht immer als armes Sensibelchen, dass dringend Hilfe braucht.

Machst Du Dir Vorwürfe, dass Du Dich nicht gut genug um Deine Katze kümmerst, könnte es sein, dass Deine Katze einen höheren Stellenwert als Du in Eurer Beziehung bekommen hat.

Natürlich – und das möchte ich hier betonen – können all diese Reaktionen berechtigt sein. Und in diesem Fall solltest Du schnell für Abhilfe sorgen. Mir geht es in diesem Artikel jedoch nicht um die Problemlösung an sich, sondern darum, dass Du Deine Wahrnehmungsmuster erkennst, die in bestimmten Fällen das Problem noch verschlimmern.

Welches Rollenbild hast Du also von Deinem Tier? Kannst Du ein bestimmtes Muster erkennen?

Wie ein Rollenbild das Problem verschlimmern kann

Ein festes Rollenbild sorgt automatisch dafür, dass Du in Deinem Umgang mit dem Tier dieses Rollenbild zum Ausdruck bringst.

Hört Dein Hund beispielsweise in bestimmten Situationen nicht und entwickelst Du eine gewisse Angst vor diesen Situationen, übermittelst Du ihm das unbewusst. Du verlierst Deine Souveränität, was ihn noch mehr motiviert, das zu tun, wovor Du Angst hast.

Oder ist Deine Katze unsauber, so wirst Du schnell jedes Mal, wenn Du heim kommst, prüfen, ob es nach Urin stinkt oder Du irgendwo eine Pfütze findest. Doch dieses Misstrauen, das Du Deiner Katze damit entgegenbringst, ist purer Stress für Euch beide. Die Chance, dass Deine Katze aufgrund dieses Stresses noch unsauberer wird ist tatsächlich sehr hoch.

Wahrnehmung lockern – Lösungen annehmen

Die eigenen unbewussten Muster zu ändern, ist meist nicht einfach und erfordert Geduld und Vertrauen. Einige Ansätze möchte ich Dir in diesem Artikel jedoch mitgeben:

  • Beobachte Deine Emotionen in Bezug auf Dein Tier: In welchen Situationen bist Du angespannt, ängstlich, gestresst?
  • Betrachte Dein Tier bewusst einmal mit anderen Augen: Was siehst Du in ihm, wenn Du das Problem bewusst ausblendest? Welche Facetten entdeckst Du neu?
  • Sei offen für neue, alternative Lösungswege. Probiere verschiedene Ansätze aus. Es gibt für nichts ein Pauschalrezept.
  • Arbeite an der Bindung zwischen Deinem Tier und Dir. Clickertraining und andere Aufmerksamkeitsübungen schaffen Vertrauen und stärken die Bindung.
  • Achte auf Dich und Deinen Gefühlshaushalt. Lache, hab Spaß und erfreue Dich des Lebens, anstatt immer nur die Probleme zu betrachten. Dies wird sich automatisch auf Dein TIer übertragen.

Ich wünsche Dir von Herzen viel Erfolg dabei.