Eine Schwangerschaft ist in erster Linie eine positive Neuigkeit, über die sich die werdende Mama in der Regel sehr freut. Besitzt sie wie 30% aller deutschen Haushalte ein Haustier, stellen sich ihr jedoch schnell ein paar Fragen. Viele Gerüchte kursieren um Tiere in der Schwangerschaft: “Man darf keine fremden Tiere mehr streicheln. Man muss sich ständig die Hände waschen. Man darf die Katzentoilette nicht mehr reinigen. Man muss sein Haustier abgeben. ” Doch was davon stimmt und was sind Ammenmärchen? Hier erfährst Du, worauf Du beim Umgang mit Deinem und fremden Tieren achten solltest, wenn Du schwanger bist.

Was muss ich im Umgang mit meinem Haustier in der Schwangerschaft beachten?

Prinzipiell kannst Du mit Deinem Hund, Deiner Katze oder Deinen Kleintieren in der Schwangerschaft genauso umgehen wir zuvor auch. Einzig der Hygiene im Umgang mit den eigenen und insbesondere fremden Tieren solltest Du während der Schwangerschaft etwas mehr Bedeutung beimessen.

Lebst Du schon lange mit Deinem Tier zusammen, sind plötzliche Probleme während der Schwangerschaft lediglich Einzelfälle. Dein Immunsystem ist an die Proteine und Erreger Deiner Haustiere gewöhnt und weiß auch in der Schwangerschaft bestens damit umzugehen. Bist Du allerdings neuer Tierbesitzer oder pflegst Du Umgang mit fremden Tieren, so solltest Du Dir häufiger die Hände nach dem Tierkontakt waschen. Damit vermeidest Du die Übertragung potenzieller Krankheitserreger auf Dich oder Deine Nahrung.

Das heikle Thema Katzentoilette

Vielen Schwangeren wird geraten, die Katzentoilette nicht mehr selbst zu reinigen. Der Hintergrund ist ein Parasit namens Toxoplasma gondii, der sich in rohem Fleisch, aber auch gerne im Katzenkot findet. Für normalgesunde, immunkompetente Menschen stellt die Txoplasmose keine ernstzunehmende Gefahr dar. In der Schwangerschaft kann der Erreger jedoch über die Plazenta in den Fötus gelangen und für schwerwiegende Entwicklungsstörungen sorgen. Deshalb wird Schwangeren in der Regel empfohlen, den Kontakt mit Katzenkot strikt zu vermeiden.

Es gibt jedoch auch Grund zur Entwarnung: Hast Du Deine Katze schon sehr lange oder bist Du schon immer in Kontakt mit verschiedenen Katzen gewesen, ist es sehr wahrscheinlich, dass Du bereits früher eine Toxoplasmen-Infektion (unbemerkt) durchgemacht hast. Einmal infiziert, verbleiben die Toxoplasmen ein Leben lang in Deinem Gehirn. Was erst einmal erschreckend klingt, ist für gesunde Menschen jedoch absolut unproblematisch. Das Gute daran: Wurdest Du bereits vor der Schwangerschaft infiziert, hat Dein Körper ausreichend Antikörper gebildet, sodass keine Gefahr mehr für Dein Baby besteht. In diesem Fall kannst Du Dich also weiterhin wie gehabt um Deine Katze und die Katzentoilette kümmern, ohne Dir Sorgen machen zu müssen.

Wie finde ich heraus, ob ich bereits mit Toxoplasmen infiziert bin?

Um herauszufinden, ob Du bereits vor Deiner Schwangerschaft eine Toxoplasmose durchgemacht hast, lässt Du eine Blutuntersuchung auf Toxoplasma-Antikörper im Labor durchführen. Deine Frauenärztin veranlasst diese Untersuchung auf Wunsch. Zwar handelt es sich dabei um eine Selbstzahlerleistung (IGeL), sie lohnt sich jedoch, wenn Du ganz sicher gehen willst.

Spürt mein Tier, dass ich schwanger bin?

Kurz und knapp: Ja!

Dein Tier – egal ob Hund der Katze – spürt ganz genau, dass Du Dich veränderst. Es hat feine Antennen und weiß auch, was diese Veränderung bedeutet. Dies kann dazu führen, dass sich Dein Tier in seinem Verhalten verändert. Manche Tiere ziehen sich zurück, andere werden aktiver und suchen verstärkt die Nähe ihres Besitzers.

Egal, wie Dein Tier Dir zeigt, dass es Bescheid weiß: Es ist jetzt sehr wichtig, dass Du Deinem Tier besonders viel Aufmerksamkeit widmest. Natürlich ist auch für Dich alles neu und es gibt so viele Themen, mit denen Du Dich beschäftigen möchtest und musst. Dein tierischer Freund braucht Dich jetzt aber auch mehr als zuvor – ähnlich einem größeren Geschwisterchen, das auf das neue Familienmitglied vorbereitet werden muss. Achte nun besonders auf seine Bedürfnisse und nimm Dir extra Zeit. Das fördert die Bindung zwischen Dir, Deinem Baby und Deinem tierischen Freund schon jetzt während der Schwangerschaft. So kannst Du Problemen (z.B. Eifersucht) vorbeugen, bevor das Baby auf der Welt ist.